Masterplan
26.02.2012 | Kategorien: keine zugeordnet
Seit einigen Monaten kreisen meine Gedanken um dieses eine große Thema: Gottes Plan für mein Leben und die Rolle, die ich selbst dabei spiele. „Gott spielt keine Rolle in meinem Leben, er ist der Regisseur“, sagen viele überzeugte Christen. Und das mag ja auch stimmen. Aber lassen Regisseure mit sich reden? Können da die Schauspieler oder gar die Statisten auch ein Wörtchen mitreden? Welche Rolle spiele ich in diesem Lebensspiel eigentlich?
Schön und gut, Gott hat einen Plan für mein Leben – aber was ist, wenn mir der nicht gefällt? Dieser Gedanke ist kein ruhmvoller, und doch schleicht er sich ab und zu ein, wenn ich vergesse, dass Gott es vollkommen gut mit mir meint.
Jetzt, kurz vor dem Ende meines Bachelorabschlusses, stehe ich wieder am Anfang. Die Zeit nach dem Abi fühlte sich ähnlich an. Mit nur einem kleinen Unterschied: ich habe jetzt einen Abschluss. Doch die Fragen bleiben. Dabei mangelt es nicht an Möglichkeiten und Perspektiven sondern vielmehr beschäftigt mich, wie die Entscheidung ausfällt. Und ich merke: ich habe das alles nicht in der Hand.
Ich muss mich für einen Job oder einen Masterstudienplatz, ein Praktikum oder Volontariat bewerben und sicherlich, ich entscheide mich selbst dafür, es zu tun. Aber letztendlich wird mir doch ein Großteil der Entscheidung abgenommen. Ob ich eine Zusage für den Masterplatz bekomme oder nicht, ob ich die nächste Runde im Auswahltest bestehe oder nicht – meine Einflussmöglichkeiten beschränken sich auf, ja tatsächlich, Abwarten und Tee trinken.
Die Angst um meine Zukunft erreichte ihren Höhepunkt zur Jahreswende. Pünktlich zum Wechsel der Jahre stellte ich mir vor, wo ich in genau einem Jahr wohl stehen würde und wie sich meine Lebensumstände in diesem Jahr verändert haben würden. Je länger ich mir darüber Gedanken machte, desto unsicherer und verzweifelter wurde ich. Ich wollte sogar auf wichtige Bewerbungen an Universitäten verzichten, da sich in meinem Kopf der Gedanke des Scheiterns festgesetzt hatte. Und es ist ja so, wie Klaus Popa in der Reflexion sagte: wir wollen keine falschen Entscheidungen treffen, keine Fehler machen und scheitern.
Ein Artikel der aktuellen Ausgabe von ZEIT Campus lautet: „Ein Lob des Fehlers. Über das Gute am Falschen.“ Ich musste einsehen, dass ich die Kontrolle abgeben musste. Dass ich die Angst vor Versagen und falschen Entscheidungen ablegen musste. Und das fiel mir schwer. Ich wollte absolute Sicherheit, ich wollte sieben Monate vor Beendigung meines Studiums die nächsten zwei Jahre am liebsten in trockenen Tüchern haben. Ich wollte aufhören, mich zu sorgen.
Der von Matthias Müller zitierte Text aus Jeremia 29, 11 ist einer meiner liebsten, das hatte ich schon erwähnt. Gott hat versprochen, mir meine Sorgen abzunehmen, weil er für mich sorgt. Also versuchte ich, dieses Versprechen in Anspruch zu nehmen.
Heute glaube ich noch viel mehr als vorher, dass Gott jeden Lebensweg mitgeht. Er steht mit neben mir an der Abzweigung und wartet nur darauf, dass ich ihn um Rat frage. Aber auch, wenn ich das tue und eine Entscheidung entpuppt sich als falsch (im Sinne von „nicht vorgesehene“), geht Gott trotz allem mit. Er wird auch diesen Weg segnen.
geschrieben von elli_s um 20:18 Uhr | Stichworte: plan, entscheidung, angst, sicherheit, kontrolle | 0 Kommentare
Entscheidungssache
30.11.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Ich bin ein großer Freund von Entscheidungen. Ich mag es, wenn Menschen keine Scheu davor haben. Wer sich entscheidet, trägt Verantwortung. Für sich selbst und oft genug auch für andere. Wer sich bewusst entscheidet, weiß nicht nur, was er will sondern auch, was er nicht will.
Mein Lieblingszitat aus dem deutschen Kinofilm „What A Man“ mit Matthias Schweighöfer ist:
„Das wichtigste für einen Mann ist, dass er weiß, was er will.“
Es braucht Mut, sich zu entscheiden. Besonders in Momenten des Zweifels, in denen sowohl die eine als auch die andere Entscheidung negative/ positive/ lebensverändernde oder genauso gute (etc. ….) Konsequenzen nach sich ziehen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Begebenheit in der sechsten Klasse. Im Unterricht haben wir uns über Entscheidungen unterhalten. Wir sollten über unsere bisher schwerste Entscheidung reden. Ich weiß nicht mehr, woran ich damals gedacht habe. Vielleicht an die Entscheidung für ein Musikinstrument: Saxophon oder Querflöte? Vielleicht auch an die Schule: Realschule oder Gymnasium?
Aber ich kann mich noch genau an die Antwort eines Klassenkameraden erinnern: Die Entscheidung zwischen Erdbeer- oder Vanilleeis. Vielleicht war es auch Heidelbeere.
Bei den meisten unserer Entscheidungen geht es um mehr als um die Eis-Sorte. Es geht um Beziehungen, Freundschaften, Jobs, Finanzen, Freizeitgestaltung, um Glauben. Mit unseren Entscheidungen verändern wir unsere Leben nachhaltig, lenken sie in die eine oder andere Richtung.
Die Entscheidung, an Gott zu glauben, ist vielleicht nicht einfach, aber sie lohnt sich. Warum? Weil es am Ende egal ist, ob ich Erdbeere oder Vanille mag oder ob ich temporäre Entscheidungsschwierigkeiten habe: ich gehöre dann trotzdem zu Gottes Familie.
geschrieben von elli_s um 22:44 Uhr | Stichworte: entscheidung, erdbeer, eis, vanille, leben, mut | 0 Kommentare
Nachtrag Zweifel, Zukunft und Hoffnung
27.11.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Als ich den letzten Blogpost vor ein paar Tagen geschrieben habe, war ich überglücklich über die goldene Zukunft, die mir bevorsteht. Offene Türen, weite Wege und das Gefühl, alles erreichen zu können.
Bis mich die Realität wieder eingeholt hat und mich mit ihren großen Zweifel-Armen umschlingert hat. Schaffe ich das alles? Bin ich gut genug? Kann ich mit anderen mithalten?
Manchmal merke ich, wie die drei Freunde Zweifel, Sorge und Frage in mein Gedankenkarussell einsteigen. Ich kann sie nicht daran hindern, sondern sitze still in meinem Kassierhäuschen und lasse sie passieren. Dann machen sie es sich bequem und ich setze das Gedankenkarussell in Bewegung; sie jauchzen vor Freude und lassen die Beine baumeln. Später springt der Vierte im Bunde auf: der Vergleich. Die vier haben eine gute Zeit in meinen Gedanken. Sie erzählen sich gruselige Geschichten von arbeitslosen jungen Menschen und gescheiterten Existenzen. Vom Alleinsein und von der Angst, zu versagen.
Ich versuche, das Karussell anzuhalten. Es geht schwer. Ich mühe mich ab und schaffe es nicht allein. Der Schwung ist zu groß. Als die Vier kurz ruhig sind, schicke ich einen kleinen Gedanken in Richtung Himmel. Ob mir jemand hilft?
Da biegt die Hoffnung pfeifend um die Ecke und entdeckt meine Bemühungen. Sie redet mir gut zu und zeigt mir einen facebook-Post:
„Gott beruft nicht die Qualifizierten. Er qualifiziert die Berufenen.“ Max Lucado
Das Karussell wird langsamer - Sorge, Frage, Zweifel und Vergleich verschwinden.
Es ist schwer, aus dem Gedankenkarussell auszubrechen. Aber am Ende des Tages darf ich wissen: „Alles vermag ich durch den, der mich stark macht.“ Philipper 4, 13
geschrieben von elli_s um 20:42 Uhr | Stichworte: zweifel, sorge, vergleich, frage, gedankenkarussell, ausbrechen, zukunft, hoffnung | 1 Kommentar
Die goldenen Zwanziger
23.11.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Ich erlebe gerade meine ganz eigene Freiheit. Zwanzig Jahre nach der Wende stecke ich nun mitten in meinen „goldenen Zwanzigern“.
Und obwohl einige Jahre dieses Zeitalters vor mir liegen, bin ich der festen Überzeugung, dass diese Zeit eine ganz besondere ist. Eine Zeit, in der ich die Möglichkeit habe, mein Leben in gewisse Bahnen zu lenken und mir die abenteuerlichsten Pläne ausdenken.
Besonders die erste Zeit des Studium war für mich Inbegriff von Freiheit: aufstehen wann man will und so lange aufbleiben wie wann man will, die eigene Wohnung einrichten, Abwasch stehen lassen, mal einen ganzen Tag im Pyjama rumlaufen und sich die Zeit selbst einteilen. Ich habe die Freiheit, ins Ausland zu gehen, zu studieren, was mir Spaß macht, die Nächte mit meinen Freunden durchquatschen und morgens um drei zum Bäcker gehen.
Während man mit Anfang 20 noch das Gefühl hat, selbst die irrwitzigsten Lebensträume zu realisieren zu können, wird dieses Gefühl wahrscheinlich 20 Jahre später einem realistischeren Bild weichen.
Aber es gibt einen Text in Prediger 11 Vers 9, der mich das Leben und die Freiheit feiern lässt:
„Du junger Mensch, genieße deine Jugend, und freu dich in der Blüte deines Lebens! Tu, was dein Herz dir sagt und was deinen Augen gefällt. Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird!“
Das zeigt mir zwar trotz aller Freiheit Grenzen auf, aber es überwiegt das klare Plädoyer für die Goldenen Zwanziger. Und Dreißiger, Fünfziger, Siebziger…! :-)
P.S.: Letztens hat mich jemand auf ein Experiment im Rahmen einer Studie (Steve Duck, 2007) aufmerksam gemacht: Schreibe alle deine Freunde auf ein Blatt Papier. Und dann streiche alle raus, die in deiner Nachbarschaft wohnen, die gleiche Religion haben wie du, auf die gleiche Schule/ Universität gegangen sind, den gleichen Arbeitgeber haben wie du, aus dem selben sozialen Umfeld kommen oder die du über andere Freunde kennst. Wie frei können wir wirklich entscheiden?
geschrieben von elli_s um 13:14 Uhr | Stichworte: zwanziger, golden, genieße, jugend, freiheit, leben, grenzen, frei, pläne | 0 Kommentare
Das Privileg zu Sein
16.11.2011 | Kategorien: Facetten des Lebens
Trotz allem. Trotz Zweifel und Rückschläge.
Das Leben an sich ist schon ein Privileg. Es gemeinsam mit dem Schöpfer zu erleben, ist etwas noch viel Größeres.
geschrieben von elli_s um 21:45 Uhr | Stichworte: privileg, sein, samuel harfst, trotzdem | 0 Kommentare
Trust. Truth.
14.11.2011 | Kategorien: keine zugeordnet

Wenn wir über Vertrauen und Sicherheit reden, dann sprechen wir auch gleichzeitig über die Kehrseite. Enttäuschung und daraus entstandene Zweifel.
Der Zweifel in mir fragt: woher kann ich sicher sein, dass ich diesem Menschen vertrauen kann? Oder, wie in meinem Gesprächskreis am Samstag angeklungen: woher kann ich sicher sein, dass es Gott gibt?
Wie Dorrie in ihrem Blog schon geschrieben hat: es gibt keine Sicherheit. Ich kann mir nie hundertprozentig sicher sein, ob das Vertrauen, was ich in einen Menschen setze, am Ende nicht doch enttäuscht wird. Wenn es uns passiert, ist das schmerzvoll. Doch die Konsequenz daraus kann und darf nicht sein, eine Mauer um die eigenen Gefühle zu bauen, sich zurück zu ziehen und fortan niemandem mehr zu vertrauen.
Wie so oft ist auch hier wieder eine Entscheidung fällig. Ich entscheide mich bewusst dafür, zu vertrauen und zu glauben. Manchmal auch entgegen alle Vernunft und gegen meine Erfahrungswerte. Matthias Müller hat von dem Vertrauensvorschuss gesprochen, den man manchmal geben muss, damit wirkliches Vertrauen wachsen kann.
Für mich ist es einfach schön, Gott in meiner Welt dabei zu haben. Das beruhigt und nimmt vielfach die Last.
Natürlich kann man auch von Gott enttäuscht sein und das Gefühl haben, das Vertrauen in ihn verloren zu haben. Das kann aber auch daran liegen, dass wir nicht mit der kreativen und ungewöhnlichen Art Gottes rechnen, unsere Welt zu verändern.
geschrieben von elli_s um 11:16 Uhr | Stichworte: vertrauen, trust, wahrheit, truth, zweifel, enttäuschung | 0 Kommentare
Blickwechsel
09.11.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Bis ich begreife
"Manchmal suche ich in dir, was ich in mir finden muss.
Ich meine deine Zuwendung zu brauchen, weil ich mir selbst nicht zugewandt bin.
Ich brauche dein Lob, weil ich mich selbst nicht ehre.
Ich erwarte von dir Beachtung, weil ich selbst unachtsam mit mir bin.
Ich suche mich in dir, als wärst du der Wächter meiner Seele.
Bis ich begreife, dass mein Glück nicht bei dir liegt, sondern in meinem fürsorglichen Umgang mit mir selbst.
Ich stoße auf mich, wie man nach einer langen Wanderung durch einen tiefen Wald auf einen blaugrünen See stößt, von dem man nichts wusste.
Das ist das blaue Auge, mit dem ich mich selbst ansehe.
Ich habe mich gefunden."
Ulrich Schaffer
Manchmal passiert es, dass wir den Blick für uns selbst verlieren. Besonders im schönen Status des Frisch-Verliebt-Seins ist der eigene Blick ganz auf das Gegenüber ausgerichtet. Wir wollen den Anderen kennenlernen, können im wahrsten Sinn den Blick nicht abwenden und, einmal Vertrauen gefasst, springen wir regelrecht in das Leben des Anderen, dass sich Stück für Stück mit dem eigenen verwebt. Diese Zeit ist wunderschön und ein Geschenk.

Die Frage aller Fragen
Doch im Laufe der Zeit merken wir, dass wir beim Anderen etwas suchen. Eine bestimmte Frage beantwortet haben wollen. Diese Fragen sehen unterschiedlich aus. „Siehst du meine innere und äußere Schönheit?“ fragen die einen, die anderen: „Ich biete dir meine Stärke an. Nimmst du sie?“. Diese inneren Herzensfragen von Männern und Frauen nach ihren Wert kann der Partner nie zufriedenstellend beantworten. Er kann die ersehnte Bestätigung für die Seele nicht liefern.
Stacy und John Eldredge schreiben dazu in ihrem Buch „Weißt du nicht, wie schön du bist?“ :
„Kein Mann kann Ihnen sagen, wer Sie als Frau sind [Anmerkung: das gilt natürlich andersrum genauso]. Kein Mann kann und darf das Urteil über Ihre Seele sprechen.(…)
Nur Gott kann Ihnen sagen, wer Sie sind. Nur Gott kann Ihnen die ersehnte Antwort geben. (…)
Ungeachtet dessen ist wahr: In einer liebevollen Beziehung sollen wir uns gegenseitig helfen. Können wir einander die Wunden lindern. In Liebe können wir uns gegenseitig Freude schenken, können einander unsere Stärke und unsere Schönheit anbieten. (…).
Auf diese Weise kann unsere Liebe dazu beitragen, dass die Wunde des Partners heil wird. Aber unsere grundlegende Bestätigung muss von Gott kommen. Solange das nicht gewährleistet ist, solange wir nicht von ihm die Heilung unserer Seelen erwarten, werden wir uns unvermeidlich gegenseitig überfordern und unsere Beziehung damit gefährden.“ (202f.)
Was für eine Entlastung! Für mich und für dich. Ich wünsche dir, dass du Beziehungen in diesem Sinne führen kannst und weißt, dass der König der Könige dir deinen Wert schenkt.
Zum Weiterlesen:
ELDREDGE, S. & Eldredge, J. (2010). Weißt du nicht, wie schön du bist? (8. Aufl.). Gießen: Brunnen Verlag.
ELDREDGE, J. & Eldredge, S. (2010). Das wilde Herz der Ehe. Asslar: Gerth Medien.
geschrieben von elli_s um 15:32 Uhr | Stichworte: liebe, wert, stärke, schönheit, frage, heilung, gott, suche | 0 Kommentare
Keep cool
02.11.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Zu meinem diesjährigen Geburtstag meinten es einige meiner Freunde sehr gut mit mir. Sie beschenkten mich reichlich mit Entspannungsbädern und Entspannungstees.
Ich frage mich langsam, ob ich vielleicht wirklich zu oft über zu viel Arbeit, Stress, Termine, Deadlines und Zeitdruck jammere… dabei ist das eigentlich gar nicht nötig, denn es gibt einen Tag in der Woche, der anscheinend besonders für „Wenigzeithaber“ wie mich geschaffen wurde.
Beim letzten Themenabend von glauben.einfach. ist mir das Paradoxe an der Sache mit den Entspannungsgeschenken bewusst geworden: ich nehme mir einen Tag in der Woche, der für mich reserviert ist. Am Samstag gibt es für mich keine Uni und keine Arbeit. Und trotzdem bin ich oft gestresst und unentspannt. So sehr, dass mir nun Tees und Schaumbäder helfen sollen (Liebe Freunde, falls ihr das lest: eure Idee war goldrichtig und ihr habt mit Entspannungstees und –schaumbädern meine wahre Leidenschaft erkannt. Danke!).
Als ich am vergangenen Wochenende meine Eltern besuchte, habe ich meine kleine persönliche Lektion über den Ruhetag gelernt.
Da in der Gemeinde meiner Eltern durch glauben.einfach. der Gottesdienst am Nachmittag beginnt, war der Vormittag ungewohnt frei.
Irgendwann im Laufe des Vormittags packte mich jedoch das schlechte Gewissen (Zeitdruck, Deadlines, zu viel Arbeit - die alte Leier...) und ich fing an, die Arbeit zu machen, die ich mir von der Uni mit nach Hause gebracht hatte.
Nach einer knappen Stunde gab ich auf. Obwohl ich mich zwang und bemühte, verließ mich meine Konzentration schon nach den ersten Zeilen und schließlich fielen mir die Augen zu. Ich ließ es bleiben.
Es war schließlich Sabbat. Stattdessen entschied ich mich für einen Spaziergang im Park mit netter Begleitung. Das war wie ein Sabbatgeschenk, nur für mich. Es gibt nichts schöneres, als unter einer Ahornallee durch Blätter zu rascheln, Spaß mit den herunter rieselnden Blättern zu haben und den Moment zu genießen.
Leider konnten wir diesen Moment nicht fotografisch festhalten - aber ich werde mich an diese wenigen Minuten erinnern, wenn ich das nächste Mal bei einem Schaumbad eine heiße Tasse Tee genieße.
Das Angebot steht. Gott sagt: Keep cool! Leg deine Sorgen, Last, Aufgaben bei mir ab und ruhe dich aus.
geschrieben von elli_s um 17:13 Uhr | Stichworte: blätter, ruhe, ruhetag, arbeit, stress, sabbat, entspannung | 0 Kommentare
Lieber Gott, schenk mir Geduld. Sofort.
26.10.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Ich habe früher nicht regelmäßig gebetet. Vor dem Essen mal, im Gottesdienst und kurz vor einer Klausur, wenn Panikattacken meine Konzentration beiseiteschieben wollten.
Ich glaube, früher war Gott ein Wunschautomat für mich. Da war Beten der letzte Ausweg, wenn nichts zu gehen schien, die Situation hoffnungslos verzwickt war und mir meine eigene Unzulänglichkeit bewusst wurde. Ich hatte manchmal ein schlechtes Gewissen, Gott immer nur um Hilfe zu bitten, wenn ich mir selbst nicht mehr helfen konnte.
Aber trotzdem erhört Gott auch solche Gebete. Gnädigerweise.
Die Frage ist jedoch: Warum soll ich zu Gott beten, wenn er sowieso alles weiß?
Ich glaube, mit dem Beten ist es wie mit dem Blogschreiben. Ich habe eine Freundin, die früher sehr intensiv Blog geschrieben hat. Ich habe mich über ihre Einträge gefreut und konnte so an ihrem Leben Anteil nehmen, obwohl uns mehrere Kilometer voneinander trennten. Doch viel lieber wäre es mir gewesen, sie hätte mir das bei einem Telefonat oder einem Treffen selbst erzählt. Diese Kommunikation war eine sehr einseitige. Sie schrieb, ich las.
Gott liest deinen eigenen „Blog“ auch jeden Tag, aber er findet es viel cooler, wenn du ihm persönlich erzählt, was dich bewegt.
Veränderung
Die letzten Monate hat sich jedoch etwas verändert. Ich steckte mitten in einer persönlichen Krise. In dieser Situation traute ich nur noch Gott zu, sie zu meinem Besten zu lösen. Ich suchte seine Nähe, ich brauchte sie. Und ich fand sie. Ich konnte weinen, meine Wut, meine Angst und den Schmerz hinausschreien und endlich ruhig werden.
Jetzt habe ich mein kleines persönliches Morgenritual eingeführt und verbringe jeden Morgen ein bisschen Zeit mit Gott. Ich lese, rede, höre zu.
Doch die Antwort ist nicht immer so, wie ich sie mir vorgestellt habe.
Max Lucado schreibt in „In the grip of grace“ (frei übersetzt durch mich):
„Es gibt Zeiten, in denen ist das Einzige, was du wirklich willst, das Einzige ist, das du nicht bekommst.
Du betest und wartest.
Keine Antwort.
Du betest und wartest.
Keine Antwort.
Darf ich dir eine wichtige Frage stellen? Was ist, wenn Gott „Nein“ sagt?
Was wäre, wenn sich dein Anliegen verzögert oder zurückgewiesen wird?
Wenn Gott „Nein“ zu dir sagt, wie antwortest du darauf?
Wenn Gott sagen würde: „Ich gebe dir meine Gnade, und das ist genug.“ – wirst du damit zufrieden sein?
Zufrieden. Das ist das Wort. Ein Zustand des Herzens, in dem du deinen Frieden findest, wenn Gott dir nicht mehr gäbe, als er bereits getan hat.“
Der Text hat mich beeindruckt. Zufrieden sein. Durch die Zeit mit Gott und sein vermeindliches „Nicht-Antworten“ habe ich gelernt, geduldig zu sein. Eine Lektion, die man wahrscheinlich nur auf diese Weise lernen kann.
geschrieben von elli_s um 18:33 Uhr | Stichworte: gebet, beten, geduld, veränderung, wunschautomat, blog, max lucado, zufrieden, warten | 2 Kommentare
Vielleicht
26.10.2011 | Kategorien: keine zugeordnet
Söhne Mannheims: "Vielleicht"
geschrieben von elli_s um 17:33 Uhr | Stichworte: song, söhne mannheims, vielleicht, lied | 0 Kommentare
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