Wendepunkt.
03.12.2011 | Kategorien: mensch, video
Oscar Wilde sagte einmal: 'Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg.' Eigentlich hatte ich bis dahin immer angenommen, dass der Mensch grundsätzlich auf der Suche nach Zufriedenheit ist, und der Erfolg (vielleicht einfach definiert mit Fortschritt, positive Entwicklung) lediglich Teil eines Prozesses. Teil des Weges zur Zufriedenheit. - Aber vielleicht auch nicht...
Schließlich ist alles im Leben eine Frage der Perspektive. Eine Frage der Bewertung. Also positiv ausgedrückt: Fortschritt und Entwicklung ist möglich, weil jemand neugierig ist. Oder eben unzufrieden - im offensichtlich möglich - positiven Sinne. Man kann sicherlich auch unzufrieden auf der Stelle verharren, aber das meinte Wilde ganz sicher nicht!
Ein Stück weit findet sich dieser Gedanke auch im Titel des 17. Abends: Ankommen - Heimat - Sehnsucht. Unter uns, das ist definitiv mein Lieblingstitel. Weil er zum Ausdruck bringt, wie Leben wirklich ist. Dynamisch. Herausfordernd. Zerreißend manchmal. Aber nicht planlos. Weil es den Architekten gibt.
Ankommen - das erzählt von einer zielführenden Vorwärtsbewegung. Heimat - das klingt nach Rückkehr (Heimkehr). Sehnsucht - das hat was von Ruhelosigkeit. Also doch nicht angekommen? Doch nicht daheim?
Dieses Hin und Her erleben wir in unserem Alltag doch andauernd. Die schlechte Nachricht ist: das bleibt auch so - auch wenn ich mein Leben Gott übergebe wird nicht plötzlich alles ruhig und glatt verlaufen. Die gute Nachricht ist: das macht nichts. (mehr oder weniger bald)
Als ich in meine erste eigene Wohnung zog - über 300 km entfernt von allem, was ich bis dahin kannte und lebte - fühlte es sich lange Zeit an wie in einer Ferienwohnung. Ganz nach meinem Geschmack eingerichtet, aber nicht der Ort, den ich Zuhause nenne. Ich machte mich damals auf den Weg, weil ich schon immer diese Sehnsucht in mir trug. Diese Sehnsucht nach mehr, nach Veränderung, nach Abenteuer? Auch wenn ich heute einfach immer von Zuhause spreche - hier und dort - es fühlt sich noch nicht so an, als wäre ich wirklich am Ziel. So für immer eben. Irgendwie bleibt alles wie im Nebel.

Ähnlich ergeht es uns doch auch, wenn wir Gott entdecken. Da war vielleicht diese Sehnsucht nach Sinn, nach Bedeutung. Wir lernen Gott und seinen Plan für diese Welt, ja für unser ganz persönliches Leben kennen. Stück für Stück. Und die Sehnsucht wächst. Der Wunsch anzukommen. In unsere eigentliche Heimat, in dem Leben, für das wir eigentlich geschaffen sind. Und doch ist alles was wir bisher kannten so vertraut, so sicher, so klar. Eben nicht schemenhaft - wie im Nebel.
Ob ich will oder nicht, ich befinde mich an einem Wendepunkt. Entscheidung ist gefragt - mal wieder. Immer wieder. Dieses schrittweise erkennen, verstehen, ausprobieren, zögern, zurückschrecken, heranpirschern ... es erfordert Mut. Mut zur Entscheidung. Mut zur Veränderung. Mut, den Gott uns mit auf den Weg gibt, weil er uns nicht alleine auf den Weg schickt.
Ich sage Zuhause hier und dort, und ich sage Heimat hier und dort. Ein dort, das ich noch nicht kenne, auf das ich mich aber freuen kann. Das dort meiner Sehnsucht. Und dann bin ich wirklich angekommen. Happy End.
Bis dahin treffe ich jeden Tag neu die Entscheidung für ein Leben mit Gott. Und hör' nicht auf zu träumen.
geschrieben von dorrie um 06:30 Uhr | Stichworte: sehnsucht, hoffnung, zukunft | 0 Kommentare
Entscheidend.
28.11.2011 | Kategorien: gott, mensch
Ich habe mich daran gewöhnt. An die Fragen der Menschen nach einer Katastrophe. An die Fragen nach Gott, seiner Allmacht, seiner Gerechtigkeit. Das ist, wie es ist.Umso befremdlicher wirkt da der Satz 'Ich glaube nicht an Gott' von einem Menschen, dem augenscheinlich so extrem Gutes widerfahren ist. Ich glaube nicht an Gott. Nicht mal ein wenig.
Gott beweist sich eben weder in der Katastrophe noch im Glück.
Glaube ist nötig. Und Glaube ist möglich. Weil mit dem Zweifel die Möglichkeit zum Glauben besteht. Und wie bei jeder Möglichkeit ist auch hier Entscheidung gefragt. Um aber wirklich entscheiden zu können ist eine IST-Analyse zwingend notwendig - also eine Art Standortbestimmung.
In der Talkrunde am letzten Abend klang der Gedanke an, dass Gerechtigkeit auch eine Form von Standortbestimmung ist: Ich weiß wo ich stehe. Weiß woran ich bin. Das sagt etwas über meinen Wert aus - in meinen Augen oder in denen des anderen. Trägt bei zu meiner Identität. Einer Identität, nicht durch Abgrenzung sondern durch Zuspruch oder Zuwendung.
So, wie sich Gott, der Vater, der Allmächtige und der Schöpfer immer wieder uns Menschen zuwendet. Mein Wert, den ich in seinen Augen habe, zeigt sich in seiner Gerechtigkeit: dem Geschenk der Erlösung.
Ein Geschenk, weil es bei der Gerechtigkeit Gottes eben nicht darum geht, den Täter, das Opfer und den (oftmals nicht möglichen) Ausgleich zu bestimmen.
Gerechtigkeit bei Gott heißt, dass die Schuld, meine Schuld, getilgt wurde durch seinen Sohn - alles was ich noch an 'Ausgleich' tun muss, ist dieses Geschenk anzunehmen.
Im Gegensatz zum Menschen ist bei Gott nicht wichtig 'wessen', sondern einzig und allein 'dass'...! Und dieses 'dass' ist schon längst geschehen.
Das muss ich glauben. Das darf ich glauben, weil ich es glauben kann. Das ist entscheidend.
geschrieben von dorrie um 17:53 Uhr | Stichworte: identität, hoffnung, freiheit | 0 Kommentare
Der Handschlag
23.11.2011 | Kategorien: mensch, video
Der Schmerz der alten Damen schwebte nahezu spürbar durch den Raum. Ich verstand noch nicht, was genau sie erzählte, was diesen beinahe unterträglichen Schmerz in ihr ausgelöst hatte. Aber dieser eine Satz klingt noch heute in meinem Ohr 'Natürlich habe ich ihnen das vergeben. Aber vergessen kann ich es ihnen nicht.'
Vergeben und vergessen? Nach einem 'Kinderstreit' wurden wir stets aufgefordert, uns die Hand zu reichen. 'Und nun ist alles vergeben und vergessen.' Mit einem Handschlag. Vielleicht fehlte der alten Dame der Handschlag, damit sie auch vergessen konnte?
Etwas älter begriff ich dann, dass so ein Handschlag nichts mysteriöses ist. Auch wenn er früher ausreichte, um einen Vertrag festverbindlich zu besiegeln. Mit dem Handschlag kommt nicht automatisch das vergessen. Und manchmal ist es wirklich schwierig oder schlichtweg unmöglich, einander die Hand zu reichen.Und dann? Leben in der Sackgasse? Natürlich vergeben - weil es meine christliche Pflicht ist. Und natürlich nicht vergessen? Ein endloses festhalten, dran aufreiben, verzweifeln? Tolles Leben!
Heute weiß ich, es ist grundlegend notwendig, das Wesen der Vergebung wirklich zu erfassen und genau zu verstehen.
In einem kurzen Satz definiert ist Vergebung 'der Prozess, den eigenen Zorn aus der Vergangenheit umzudeuten mit dem Ziel, den eigenen Frieden in der Gegenwart wieder zu bekommen und die eigene Vision für die Zukunft wieder zu beleben' (aus 'Vergeben lernen', Herausgeber: DVG) Nicht ganz einfach - aber möglich!
Ich glaube, das Problem beim Vergeben ist, dass wir stets davon ausgehen, dass das Leben fair sein sollte. Wenn ich dem anderen vergebe, kann er mal wieder seinen Kopf aus der Schlinge ziehen (im schlimmsten Fall empfindet er es vielleicht sogar als Freifahrtsschein und ändert sein Verhalten nie) und das ist definitiv nicht fair.
Aber das Leben ist nicht fair. Gott sei Dank! Denn auch ich brauche immer wieder Vergebung.Nicht nur von einem anderen Menschen - besonders auch von Gott. Ich denke nicht, dass es ausreicht, mir meiner eigenen Bedürftigkeit bewusst zu sein, um anderen Menschen einfach und fröhlich stets zu vergeben. Aber es ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, Vergebung von dem durch eigenes Erleben zu erlernen, der Liebe ist und mir Vergebung schenke möchte.
Vergebung - hier ist sie.
geschrieben von dorrie um 06:30 Uhr | Stichworte: gott, freiheit, entscheidung | 0 Kommentare
Ausatmen.
18.11.2011 | Kategorien: video
Das Original ist d i e Hymne zum Thema 'Freiheit' und begleitet mich gefühlt schon mein ganzes Leben. Für mich die perfekte Mischung aus Sehnsucht und Realitätswahrnehmung.
Umso schöner, dass mit Curse dieses Lied auch tatsächlich in der Gegenwart angekommen ist.
Und noch schöner, dass es eine Perspektive gibt, die wirkliche Freiheit gibt.
Atme aus!
geschrieben von dorrie um 17:49 Uhr | Stichworte: freiheit, verantwortung, sehnsucht | 0 Kommentare
Darum? Warum.
16.11.2011 | Kategorien: gott
Was ist Glaube? Was ist Zweifel?
Als ich heute im Foyer der PH saß, war ich umgeben davon. Die eine glaubt, es sei gut für sie, für einige Wochen ins Ausland zu gehen, um dort eine Schule zu bauen oder einen Brunnen zu graben. Die andere zweifelt, dass sie auch nur einen Tag ohne Dusche und sauberes Bett überstehen wird. Die eine glaubt, sie sei perfekt für Grundschulpädagogik, die andere kann sich das überhaupt nicht vorstellen. Sie zweifelt. Wenn also Glauben und Zweifeln Realität in unserem täglichen Leben ist, warum schließen wir den Glauben (und den Zweifel) an Gott so oft aus? Warum fällt es uns so schwer, diese Spannung auch mal auszuhalten?
Bei all diesem Glauben und Zweifeln um mich herum, stellt sich mir unweigerlich die Frage, was das eigentlich für mich und mein Leben bedeutet. Nun, du magst das völlig anders sehen, aber für mich habe ich diese Definition gefunden:
Glaube ist... Wissen im Nebel, Unsicherheit, Hoffen, Zuversicht, Nicht-Wissen, Loslassen müssen
Zweifel ist... Hinterfragen, Bedenken, Überdenken, möglicherweise eine neue Tiefe finden
Oscar Wilde sagt, dass Unzufriedenheit der erste Schritt zum Erfolg ist. Könnte dann Zweifel nicht der erste Schritt zu der Art von Glaube sein, der auf einer persönlichen Beziehung basiert?
Vielleicht bedeutet zu glauben, an Gott zu glauben einfach mir nur vorzustellen, dass er tatsächlich existiert, dass er mich geschaffen hat und er mich so sehr liebt, dass er sich eine persönliche Beziehung zu mir wünscht - genauso wie zu dir.
Aber eines ist sicher: Ein Leben ohne Gott kann ich mir nicht vorstellen.
I can only imagine.
geschrieben von dorrie um 23:18 Uhr | Stichworte: gott, hoffnung, entscheidung | 0 Kommentare
Halt.
13.11.2011 | Kategorien: gott, video
Als Jugendliche in England und Spanien auf die Straße gingen um gegen die Perspektivlosigkeit ihrer Generation zu demonstrieren, waren sich die Experten schnell einig: 'Es fehlt ihnen an Sicherheit und Stabilität. Schon als Kind erleben sie dieses Defizit in ihren Familie. Nun haben sie es auch in der Gesellschaft entdeckt. Mutig formulieren sie ihr Bedürfnis nach Sicherheit, indem sie auf die Straßen gehen und es ist an uns, für diese Sicherheit zu sorgen.'
In unserer Gesprächsrunde kam gestern die Frage auf, wie man sich denn bei dem Bedürfnis nach Sicherheit auch wirklich sicher sein kann, dass die eigene Wirklichkeit tatssächlich real ist. Die knappe Antwort kam schnell: Es gibt keine Sicherheit!'
Wenn diese Antwort von jemandem kommt, der in meinem Alter oder jünger ist, dann ist das eben so. Und es stimmt ja auch. Irgendwie. Wenn das aber jemand sagt, der fast 50 Jahre älter ist, also über mehr Lebenserfahrung und Altersweisheit verfügt, ist das das etwas völlig anderes. Etwas endgültiges.
Glücklicherweise blieb es nicht bei diesem einen Satz. 'Es gibt keine Sicherheit. Letztlich ist alles eines Frage des Glaubens.' Ganz einfach - oder?
Oft genug leider nicht. Denn am Ende des Tages ist doch die meistgestellte Frage, was ist wirklich wahr? Wem kann ich tatsächlich vertrauen? Was ist tatsächlich sicher?
geschrieben von dorrie um 21:36 Uhr | Stichworte: hoffnung, halt, perspektive | 0 Kommentare
Fin.
09.11.2011 | Kategorien: mensch
Wenn ich an 'Ende' denke, fallen mir zuerst die alten Filme meiner Kindheit ein. Eben noch hat das Gute das Böse besiegt und Zorro oder Winnetou reiten fröhlich gen Westen - schon wird der Bildschirm schwarz und mit großer, weißgrauer Schrift erscheint 'FIN'. Zurück bleibt ein unbestimmtes Gefühl, etwas wie Trostlosigkeit. Was macht das alles für einen Sinn, wenn es dann - im schönsten Moment - doch vorbei ist?
Wenn man jung ist, gibt es kein Ende. - Höchstens im Film. Alles ist möglich. Nichts hört jemals auf. Dann stirbt der Großvater und man begreift, dass es vielleicht doch ein Ende gibt. Auch für Menschen, die man liebt. Aber schnell tröstet der Gedanke, dass er ja schon alt war und ein spannendes, erfülltes Leben hinter ihm liegt.
Allerdings wirkt dieser Gedanke nicht mehr, wenn mit knapp 18 die Freundin bei einem Autounfall stirbt oder in den Zwanzigern plötzlich der scheinbar kerngesunde und durchtrainierte Freund tot auf dem Sofa liegt.
Spätestens jetzt schreit die Frage nach der eigenen Endlichkeit aus allen Ritzen und Ecken meines Seins. Und damit verbunden auch die Frage, was das alles eigentlich für einen Sinn macht.
geschrieben von dorrie um 15:39 Uhr | Stichworte: sehnsucht, sinn, ende | 0 Kommentare
Liebe oder so ähnlich.
05.11.2011 | Kategorien: gott, mensch, video
Gestern hat mich ein Film gefunden. Gefunden, weil der deutsche Titel so irreführend ist, den hätte ich nie angeschaut. Im Original heißt er soviel wie 'Etwas Geliehenes'.
Es geht darin um zwei Menschen, die seit 6 Jahren ineinander verliebt sind, es aber nie klar gesagt haben, was natürlich zu Missverständnissen und verzwickten Situationen führt, als es dann kurz vor seiner Hochzeit mit ihrer besten Freundin doch noch ausgesprochen wird. Der Klassiker.
Spannend fand ich hier aber den Aspekt 'mein Leben nach den Erwartungen anderer zu leben'.
Er dachte, sie will ihn nicht. Sie dachte, sie sei nicht gut genug für ihn. Er dachte, er muss seine Mutter fröhlich machen, um sie nicht zu verlieren. Sie dachte, ihre Freundin bekommt sowieso immer alles. Keiner von beiden hatte den Mut das zu sagen oder zu tun, was er wirklich wollte.
Für das Treuegelöbnis der Freundin formuliert sie dann folgende Sätze: 'Du machst mich zu dem Menschen, der ich sein möchte statt dem, der ich bin. Und der Gedanke, ohne dich zu leben, ist nicht nur unerträglich. Nein, er ist unvorstellbar.'
Zu schnulzig und keine Rettungsweste in Sicht?
Aber was wäre, wenn es einfach um die Würde geht, die mir ein anderer verleiht, in dem ich für ihn bedeutungsvoll werde? Indem er mir seine (bedingungslose) Liebe schenkt. Indem ich sein kann und darf, was oder wer ich bin. Wirklich bin.
Und was wäre, wenn das nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich so funktioniert?
Bei der Erschaffung des Menschen ging es Gott um ein Gegenüber. In der Begegnung mit ihm kann ich der Mensch sein, zu dem er mich geschaffen hat. Der Mensch, der ich sein möchte. Und der Gedanke, ohne ihn zu leben ist unvorstellbar. Also geht es in der Beziehung zu Gott doch auch um Liebe und Würde.
Und er erweitert diesen Kreis, indem er dem Menschen ein direktes Gegenüber erschafft. 'Es ist nicht gut, dass der Mensch allein lebt.' (1.Mose 2,18) Mit der Erschaffung des Gegenübers entstand auch die Sehnsucht danach.
Inspiriert von dieser Sehnsucht gibt es heute gefühlt mindestens eine Trilliardenmillion Lieder, Gedichte, Geschichten, Filme. Nichts scheint den Menschen mehr zu inspieren als die Liebe - außer vielleicht die Angst.
Steckt hinter dieser Sehnsucht also der Wunsch nach Sinnhaftigkeit und Bedeutung? So wie der Meister der 'Flugzeuge im Bauch' es ausdrückt in 'Dieser Weg'? Oder der Wunsch nach einem Halt im turbulenten Alltag? Wie in 'Halt dich an mir fest'. Oder einfach die Feststellung, das Leben nicht allein meistern zu können. Wir sind auf Begegnungen angewiesen. Der Mensch ist keine Insel. Und Gott ist dabei mehr als ein Plan B - wenn sonst keiner mehr da ist, er schon. Das stimmt.
Aber vielleicht gelingen zwischenmenschliche Beziehungen nur dann wirklich, wenn ich in meiner Beziehung zu Gott sage: 'Du machst mich zu dem Menschen der ich sein möchte und der Gedanke, ohne dich zu leben, ist unvorstellbar'?
Dieser Gedanke macht mich atemlos.
geschrieben von dorrie um 16:20 Uhr | Stichworte: gott, liebe | 0 Kommentare
Teleskop-Bullauge.
04.11.2011 | Kategorien: mensch
Ich mag diesen Moment, wenn gemeinsam ein neuer Gedanke entsteht. Wenn in Worte gekleidet wird, von dem niemand je wusste, dass es überhaupt da ist. Wenn ganz unterschiedliche Menschen sich gemeinsam auf den Weg machen - unabhängig von Alter, Bildung oder Herkunft. Der eine vielleicht mit festem Schritt, der andere ängstlich zaghaft. Und doch alle auf dem Weg. Wenn diese Spannung in der Luft liegt, weil jeder bereit ist, sich gedanklich darauf einzulassen. Vielleicht nur um es im selben Moment wieder zu verwerfen. Ich mag diesen Moment. Und ich mag glauben.einfach., denn hier gibt es diese Momente ziemlich oft. Manchmal ergibt er sich aus dem Gesamten. Manchmal entsteht er im Gespräch vor Ort oder im Chat. Doch am schönsten ist dieser Moment, wenn ein einzelner Gedanke über den Bildschirm schwappt und gemeinsam ein neues Bild entsteht.
Als Christ stehe ich ständig in der Spannung zwischen zwei Welten. In der einen lebe ich tagtäglich mit allen Herausforderungen. Nach der anderen sehne ich mich, weil diese Grundsehnsucht nach Vollkommenheit, Schönheit und Begegnung in mein Herz gelegt und weil sie mir in der Bibel versprochen ist. Also in der Spannung, diese Welt auch mit ihren Schattenseiten bewusst auszuhalten und mich nicht in ein perfektes Bild zu flüchten. Niemand möchte sich gerne 'Weltflucht' vorwerfen lassen. Vielleicht fällt es deshalb manchmal so schwer, konkret von dieser neuen Welt zu träumen?
Und da kommt das 'Teleskop-Bullauge' ins Spiel, beim Leben zwischen den Welten.
Vor einer Reise in ein neues Land bereite ich mich vor. Ich kaufe mir einen Reiseführer, markiere schon im Vorfeld die Orte, die ich gerne besuchen möchte. Ok, das ist ziemlich old school. Dank google Earth gebe ich einfach die Adresse ein und zoome mich ran, bis ich jedes kleine Detail erkennen kann. In Gedanken laufe ich schon mal am Strand entlang oder fotografiere ein faszinierendes Gebäude. Bis es mir nicht mehr reicht, einfach nur die Bilder im Reiseführer oder Internet anzuschauen. Ich möchte meine eigenen Bilder und Erinnerungen kreieren. Ähnlich ist es auch mit dieser neuen Welt, von der die Bibel spricht.
'Christsein ist nicht weltflucht, es öffnet vielmehr die Augen für die wirkliche Realität'.
Ich glaube, oder besser wir glauben, dass dieses Augen-Öffnen nur gelingen kann, wenn ich mein Teleskop auf die neue Welt ausrichte, um die kleinen feinen Details zu erkennen. Dabei bricht sich das Bild am Bullauge Welt. Und weil ich mit einem Teleskop auf diese Welt blicke, kann ich nicht einfach weg schauen, wenn ich die Not und auch die Freude der Menschen darin sehe. Das beeinflusst mein Handeln und Denken. Der andere kann mir nicht gleichgültig bleiben, nachdem ich einen Blick auf seine kleinen Details geworfen habe. Und hinter alldem steht das Mehr - die neue Welt, die ich nur finden kann, wenn ich im Hier und Jetzt bereit bin, zu meinen Überzeugungen zu stehen und danach zu leben.
Ein unausgereiferter Gedanke? Klar. Er ist ja auch noch ganz frisch. Da steckt noch viel drin, das zu bedenken und überdenken sich lohnt.
Fest steht jedenfalls, alleine wäre ich auf dieses Bild des Teleskop-Bullauges nie gekommen. Und deshalb gehe ich auch morgen wieder zu einem Veranstaltungsort und freue mich schon heute auf diesen Moment, wenn ein neuer Gedanke entsteht und wir uns gemeinsam auf den Weg machen, ihn zu entdecken.
geschrieben von dorrie um 03:56 Uhr | Stichworte: hoffnung, zukunft, teleskop | 0 Kommentare
Der Tag.
28.10.2011 | Kategorien: video
Schiller featuring Jette von Roth -- Der Tag... Du… - MyVideo
geschrieben von dorrie um 09:48 Uhr | Stichworte: hoffnung, sehnsucht, schmetterling | 0 Kommentare
Seiten: 1 | 2

